Der Umschlag ist geöffnet, alle schauen gespannt – und dann steht eine Aktion an, für die heute weder Zeit noch Material da ist. Ein Aktions-Adventskalender funktioniert besser, wenn er sich nach den echten Betreuungstagen richtet. Hinter jedem Türchen steckt ein gemeinsamer Moment statt eines Einzelgeschenks. Die folgenden 24 Karten sind eine Auswahl, kein Pflichtprogramm.
Das findet ihr in diesem Artikel
Erst Betreuungstage zählen, dann Karten verteilen
Markiert zuerst Schließtage, Ausflüge, Feiern und Tage mit knapper Besetzung. Zählt danach nur die Tage, an denen die Gruppe den Kalender gemeinsam öffnen kann. Es müssen also nicht automatisch 24 Türchen sein.
Verteilt die Karten anschließend in drei Schritten:
- Legt Aktionen bis etwa zehn Minuten auf volle oder schwer planbare Tage.
- Reserviert für Gestalten, Spaziergang oder Frühstück bewusst passende Termine.
- Haltet zwei oder drei kurze Tauschkarten bereit, falls Wetter, Stimmung oder Personalplanung wechseln.
Die Zeitangaben unten sind grobe Planungswerte. Gruppengröße, Alter und Übergänge können die Dauer verändern.
24 Aktionskarten mit Zeit, Material und ruhiger Alternative
Wählt nur Karten aus, die zu eurer Gruppe, euren Räumen und euren Betreuungstagen passen.
Musik und Sprache
- Lieblingslied wählen und singen – etwa 5–10 Minuten. Material: zwei bekannte Liedkarten oder Bildsymbole. Ruhig: Lied gemeinsam anhören oder leise summen.
- Eine Wintergeschichte lesen – etwa 10 Minuten. Material: vorhandenes Bilderbuch. Ruhig: nur drei ausgewählte Seiten betrachten.
- Eine Geschichte weitererzählen – etwa 10–15 Minuten. Material: ein Startsatz. Ruhig: Jedes Kind nennt nur ein Wort oder zeigt auf eine Bildkarte.
- Glockenklänge erraten – etwa 5–10 Minuten. Material: zwei oder drei vorhandene Glöckchen oder Instrumente. Ruhig: Klänge im Sitzen mit geschlossenen oder gesenkten Augen hören.
- Winterwörter sammeln – etwa 5–10 Minuten. Material: optional Papier und Stift. Ruhig: Die Fachkraft nennt Wörter, die Kinder zeigen bei ihrem Lieblingswort ein vereinbartes Zeichen.
- Ein bekanntes Kreisspiel wählen – etwa 10 Minuten. Material: zwei Symbolkarten für bekannte Spiele. Ruhig: ein Fingerspiel im Sitzen.
Bewegung
- Wie Schneeflocken tanzen – etwa 5–10 Minuten. Material: Musik. Ruhig: Hände oder Tücher im Sitzen schweben lassen.
- Papiersterne suchen – etwa 10 Minuten. Material: gut sichtbare Papiersterne. Ruhig: Sterne im Sitzkreis entdecken und zeigen.
- Socken-Schneebälle ins Ziel werfen – etwa 10 Minuten. Material: zusammengerollte saubere Socken und ein Korb. Ruhig: Socken aus kurzer Entfernung rollen.
- Einen Sternenweg gehen – etwa 10 Minuten. Material: rutschfest befestigte Papiersterne. Ruhig: Den Weg mit einem Finger auf einer Karte nachfahren.
- Winter-Stopptanz spielen – etwa 5–10 Minuten. Material: Musik und freie Fläche. Ruhig: Nur Hände bewegen und beim Stopp stillhalten.
- Kleine Rentierstrecke bewältigen – etwa 10–15 Minuten. Material: vorhandene Kissen, Reifen oder Markierungen. Ruhig: Eine Spielfigur durch einen Tischparcours führen.
Wahrnehmen und Gestalten
- Ein gemeinsames Winterbild ergänzen – etwa 15–20 Minuten. Material: großes Papier und vorhandene Stifte oder Farben. Ruhig: Jedes Kind ergänzt einen Punkt, Strich oder Aufkleber.
- Schneeflocken tupfen – etwa 10–15 Minuten. Material: Papier, Farbe und Tupfmaterial. Ruhig: Mit weißen Stiften auf dunklem Papier malen.
- Eine Winterstadt bauen – etwa 15–20 Minuten. Material: vorhandene Bauklötze. Ruhig: Gemeinsam nur ein Haus und einen Weg bauen.
- Schatten entdecken – etwa 10 Minuten. Material: Taschenlampe und freie Wand. Ruhig: Ein einzelnes Spielzeug als Schatten betrachten.
- Fühlbeutel erkunden – etwa 5–10 Minuten. Material: Stoffbeutel und vertraute, sichere Gegenstände. Ruhig: Einen Gegenstand ansehen statt ertasten.
- Winterfarben im Raum finden – etwa 5–10 Minuten. Material: zwei oder drei Farbkarten. Ruhig: Vom Platz aus auf passende Dinge zeigen.
Miteinander
- Den Gruppenraum gemeinsam gemütlich machen – etwa 10 Minuten. Material: vorhandene Kissen, Tücher oder Bilder. Ruhig: Zusammen einen Platz für das Bilderbuch auswählen.
- Ein Spiel für alle auswählen – etwa 10–15 Minuten. Material: zwei sichtbare Spielkarten. Ruhig: zwischen zwei Fingerspielen wählen.
- Einer anderen Gruppe einen Gruß gestalten – etwa 15–20 Minuten. Material: Papier und Stifte. Ruhig: Ein gemeinsames Bild auswählen und übergeben.
- Einen Winterspaziergang machen – etwa 20–30 Minuten. Material: passende Kleidung nach dem üblichen Einrichtungskonzept. Ruhig: Vom Fenster aus Winterzeichen suchen.
- Gemeinsam einen Obstteller vorbereiten – etwa 15–20 Minuten. Material: geeignetes Obst und die in der Einrichtung vorgesehenen Küchenutensilien. Ruhig: Obstsorten ansehen und benennen. Vorher Allergien, Hygiene und individuelle Bedürfnisse prüfen.
- Ein kleines Adventsfrühstück gestalten – etwa 20–30 Minuten zusätzlich zur Mahlzeit. Material: Speisen und Geschirr nach der Planung der Einrichtung. Ruhig: Das reguläre Frühstück mit einem Lied beginnen. Vorher Allergien und individuelle Bedürfnisse prüfen.
Bewegungsideen wie Stopptanz, Fühlspiel und Sternenweg finden sich auch im verlinkten Ideenfundus von Sport-Thieme. Die Auswahl hier ist für die Planung angepasst; sie ist kein Nachweis für eine bestimmte pädagogische Wirkung.
Ein Wochenraster für volle Tage
Dieses fiktive Beispiel zeigt, wie fünf unterschiedliche Tage zusammenpassen können:
- Montag, wenig Zeit: Lieblingslied wählen, 5–10 Minuten. Tauschkarte: Winterwörter sammeln.
- Dienstag, Bewegungsraum frei: Schneeflockentanz, 5–10 Minuten. Tauschkarte: Hände im Sitzen schweben lassen.
- Mittwoch, längeres Zeitfenster: gemeinsames Winterbild, 15–20 Minuten. Tauschkarte: Jede Person ergänzt nur einen Strich oder Punkt.
- Donnerstag, Kinderwahl: Zwischen Kreisspiel und Winter-Stopptanz wählen, etwa 10 Minuten. Tauschkarte: Fingerspiel.
- Freitag, ruhiger Abschluss: Wintergeschichte, etwa 10 Minuten. Tauschkarte: drei Bilder aus dem Buch gemeinsam betrachten.
Schreibt die jeweilige Tauschkarte klein auf die Rückseite. Dann muss das Team bei einer kurzfristigen Änderung nicht neu planen.
Bildkarten für Krippe und jüngere Kinder
Eine Bildkarte braucht kein aufwendiges Design. Ein klares Motiv und ein kurzer Satz reichen:
- Buch: „Wir schauen ein Bilderbuch an.“
- Glocke: „Wir hören einen Klang.“
- Stern: „Wir suchen Sterne.“
- Bausteine: „Wir bauen zusammen.“
- Musiknote: „Wir wählen ein Lied.“
Nutzt möglichst bekannte Gegenstände und wiederholt vertraute Handlungen. Zeigt bei einer Auswahl nur wenige gut unterscheidbare Karten. Ein Kind kann seinem Entwicklungsstand entsprechend zeigen, greifen, benennen oder auf eine Karte blicken.
Einmal kurz prüfen
- Nur tatsächliche gemeinsame Betreuungstage zählen.
- Kurze und längere Karten passend zu den Wochentagen verteilen.
- Material jeweils für eine Woche gesammelt bereitlegen.
- Für bewegte und längere Aktionen ruhige Tauschkarten notieren.
- Allergien, individuelle Bedürfnisse, Raum und Aufsicht prüfen.
- Bildkarten mit einem klaren Motiv und einem kurzen Satz gestalten.
Quellen & weiterführende Informationen
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